Richtig lüften im Sommer

In der warmen Jahreszeit findet das Leben wieder draußen statt. Türen und Fenster sind täglich geöffnet um die frische Sommerluft in die eigenen vier Wände zu lassen.

Doch so warm und wohlig uns die Außenluft im Sommer auch erscheint, birgt sie besonders für das Raumklima ihre Tücken. So trocken wie die Luft wirkt, ist sie nämlich meist nicht. Ganz im Gegenteil, die Sommerluft ist gerade im Vergleich zur trockenen, kühlen Winterluft eher feucht und trägt beim Lüften viel Luftfeuchte herein. Zu feuchte Luft kann unter anderem zu unangenehmen Gerüchen, Muff und sogar Schimmel führen.

Lüften ist zwar wichtig, aber die richtige Technik ist entscheidend! Nur so wird ein positiver Effekt erzielt und Schimmelbildung vorgebeugt.

Da die Temperatur der Außenluft im Sommer oft höher ist als die der Innenräume, strömt beim wahllosen Öffnen der Fenster mitten am Tage eventuell noch schwülere Luft ins Haus, als ohnehin schon vorhanden. Daher ist die Tageszeit wichtig: In den Morgen- und Abendstunden ist die Luft draußen noch kühl und weist damit einen großen Temperaturunterschied zur über Nacht erwärmten Zimmertemperatur auf.

Kurzes und kräftiges Stoßlüften sorgt dann für einen effektiven Luftaustausch. Tagsüber sollten Türen und Fenster weitestgehend geschlossen bleiben und zusätzlich, falls vorhanden, ein Sonnenschutz zugezogen werden (Plissees, Jalousien, Rollläden etc.). So wird die Sonneneinstrahlung ein Stück weit abgehalten und kann die Wohnräume nicht noch weiter erhitzen.

Auch das Entfernen von wärmespeichernden, schweren Textilien wie Vorhängen oder Teppichen kann helfen, die Zimmertemperatur zu senken.

Ein Raum ist besonders entscheidend

Achten Sie bitte besonders im Keller auf das richtige Lüftungsverhalten. Denn hingegen des Irrglaubens, die warme Sommerluft würde den Keller „austrocknen“ wird ein gegenteiliger Effekt erzielt – mit fatalen Folgen! Die warme, feuchte Luft von draußen strömt in den Keller, der dank seiner dicken Mauern selbst im Sommer meist eine konstante, kühlere Temperatur halten kann und kondensiert an den kalten Wänden.

Die Feuchtigkeit schlägt sich so auf Wände, Decken und Möbel nieder und begünstigt vor allem hinter Möbeln, die eng an die Mauern gerückt sind Schimmelbildung.

Dauerhaft gekippte Fenster im Keller, aber auch in den Wohnräumen wie Schlaf- und Wohnzimmer lassen den ganzen Tag über viel zu viel Feuchtigkeit ins Innere. Daher ist das bereits angesprochenen, gezielte Stoßlüften zur richtigen Zeit so entscheidend! Wenn hierzu noch weitere Fenster im selben Raum geöffnet werden, kann ein noch kräftigerer Durchzug stattfinden um mehr Luftfeuchte beim Lüften abzutransportieren.

Versuchen Sie also vorzugsweise dann zu Lüften, wenn der Temperaturunterschied zwischen Innen und Außen passt, also die Außenluft kühler und trockener ist als die im Keller – im Sommer ist das eben meist in den frühen Morgenstunden und am Abend / in der Nacht der Fall.

Zusätzliche Feuchtequellen

Neben dem Keller weisen auch Küche und Badezimmer oft eine erhöhte Luftfeuchtigkeit auf. Grund hierfür sind entstehende Dünste beim Kochen, Duschen und Baden. Daher muss vor allem hier nach noch einmal extra gelüftet werden, um die neu entstandene Feuchte direkt aus den Räumen hinaus zu befördern. Auch das Wäschetrocknen in der Wohnung oder im Haus reichert die Luft mit Feuchtigkeit an, gegen die gezieltes Lüften hilft.

An warmen Sommertagen bietet es sich aber sowieso an, die nasse Kleidung nach dem Waschen direkt draußen zum Trocknen aufzuhängen.

Unter Beachtung dieser hilfreichen Tipps kann der nächste Sommer also kommen!

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