Richtig lüften bei frischem Innenputz

Wenn es Zeit für eine Renovierung oder Sanierung ist, bekommen häufig auch die Wände und Decken einen neuen Belag. Doch neben einem frischen Look birgt das Gemisch aus Bindemittel, Zuschlag und Wasser auch einige Risiken für die Erhaltung eines gesunden Raumklimas – denn Wasser bedeutet Feuchtigkeit in Ihrem Zuhause!

Sobald der neue Innenputz auf den Wänden Ihrer Räume angebracht ist, muss gelüftet werden, um alles gut zu trocknen. Generell gilt schon mal, dass eine trockene und warme Außentemperatur die Trocknungsgeschwindigkeit von Putz enorm steigert. Eine Anbringung des Innenputzes im Frühjahr stellt also einen Vorteil da. Doch zu jeder Jahreszeit muss richtig gelüftet werden und das vor allem bei einer zusätzlichen Feuchtigkeitsquelle wie dem Innenputz an den Wänden.

Feuchte ist stets ein guter Nährboden für Schimmel, welcher nach einer frischen Renovierung des Zuhauses wohl noch unbeliebter wäre als ohnehin schon! Daher gilt es, die richtige Taktik bei der systematischen Beseitigung der Feuchte zu verfolgen.

Neben dem Lüften sollten Sie zusätzlich auch heizen, da warme Luft mehr Feuchte aufnehmen und beim anschließenden Lüften abtransportieren kann, als kalte. Eine konstante Zimmertemperatur und regelmäßiges Lüften sorgen für den maximalen Luftaustausch in Ihren vier Wänden.

Dies bedeutet aber auch, dass warme Sommerluft bereits viel Feuchtigkeit beinhaltet. Um diese beim Lüften nicht herein zu lassen und für eine noch höhere Luftfeuchtigkeit drinnen zu sorgen, sollte nur in den frühen Morgen- und Abendstunden gelüftet werden. Dann ist die Außenluft meist kühler als die im Haus und die feuchte Innenluft kann schnell durch geöffnete Türen und Fenster entweichen.

Anders verhält es sich bei Kälte

Im Winter empfiehlt es sich, mehrmals über den Tag verteilt nur kurz Stoßzulüften. So wird genügend frische Luft hinein gelassen, aber gleichzeitig ein Auskühlen der beheizten Räume verhindert. Bei kurzem Regen und feuchter Witterung sollten Sie das Lüften vermeiden um keine zusätzliche Feuchte herein zu lassen.

Generell ist Stoß- und Querlüften statt Dauerlüften die Devise für einen maximalen Luftaustausch bei möglichst geringem Wärmeverlust! Allerdings bitte nicht innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Anbringung des Putzes, erst danach ist nach DIN-Verordnung ein starker Durchzug erlaubt.

Eine unzureichende Belüftung der betroffenen Räume sorgt neben der allgemeinen Erhöhung des Risikos für Muff und Schimmel aber auch dafür, dass sich die sogenannte Sinterschicht bilden kann. Sie entsteht bei mangelnder Luftzufuhr und eingeschränkter Trocknung dadurch, dass sich Kalkhydratanteile aus dem Putz an dessen Oberfläche anreichern und dort mit Stoffen der Luft reagieren.

Die entstandene Sinterschicht schwächt dann die Saugfähigkeit des Putzes, da die Trocknung blockiert wird. Auf diese Weise könnten zukünftige Wandbeläge wie Tapeten unter umständen schlecht bis gar nicht mehr auf dem Innenputz halten.

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