Richtig lüften bei Radonbelastung

7-9 % aller Lungenkrebserkrankungen in Deutschland sind auf das radioaktive Edelgas Radon zurück zu führen. Im Erdreich bei Zerfallsprozessen entstanden kann Radon teilweise in Gebäude eindringen und sich dort in der Innenraum-Luft anreichern.

Die Radonkonzentration in deutschen Haushalten variiert stark und ist unter anderem von der Wohnregion und den dortigen geologischen Bedingungen abhängig. So ist die Belastung z.B. in Süd- und Ostdeutschland am höchsten. Der Mittelwert hierzulande liegt bei ca. 50 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3). Klarheit über den Wert im eigenen Zuhause schafft nur eine Messung, die mit einem Radon-Dosimeter selbst durchgeführt werden kann. Es bietet sich an, die Messung in Wohn- und Schlafräumen durchzuführen sowie im Keller.

Über feine Risse dringt das Radon, gerne über Naturböden, von unten in Häuser ein, da diese eine geringere Barriere darstellen als dichte Betonböden. Auf seinem Weg in die oberen Bodenschichten und schließlich die Atmosphäre zerfällt das Radon weiter und steigert somit die Stärke seiner gesundheitsschädlichen Alphastrahlung.

Im schlimmsten Fall helfen nur noch leichte bis sehr umfangreiche bauliche Maßnahmen, um die Belastung durch Radon abzusenken. Doch es kann auch einfacher sein. Wer rechtzeitig handelt und die folgenden hilfreichen Tipps beachtet, kann in wenigen Schritten selbst die Radonkonzentration in den eigenen vier Wänden senken!

Das Zauberwort heißt „Lüften“

Denn eine gute Belüftung schafft Verdünnung. Da das unsichtbare Radon gasförmig in die Raumluft eindringt, schafft eine simple Verdünnung bereits eine Verbesserung der Luftqualität. Beim Lüften wird die Radon belastete Luft einfach aus dem Wohnraum heraus getragen und bringt frische Außenluft hinein. Besonders in Neubauten oder Gebäuden mit Lehmwänden (Fachwerkhäuser) verhindert die gute Isolierung einen natürlichen Luftaustausch.

Hier kann die abgestandene, mit Radon angereicherte Luft nicht wie in Altbauten über kleine Ritzen und Undichtigkeiten an den Fenstern entweichen. Also staut sich die Luft und das Radon gelangt über die Atmung in die Lunge, wo es das Krebsrisiko steigert.

Deshalb ist eine konsequente Belüftung so wichtig. Neben der Absenkung der Luftfeuchtigkeit und dem Vertreiben von unangenehmen Gerüchen wird so eben auch die Radonkonzentration in den eigenen Wohnräumen verringert. Lüften Sie hierzu regelmäßig und mehrmals täglich, jeweils nicht länger als 10-15 Minuten. So wird unter geringem Wärmeenergieverlust in kürzester Zeit die Raumluft gegen frische, fast Radon freie Außenluft ausgetauscht.

Besonders die Kellerräume sollten beim Lüften nicht vergessen werden. Querlüften mittels gleichzeitig geöffneter, gegenüberliegender Fenster schafft einen größtmöglichen Luftaustausch, wo hingegen ständig gekippte Fenster die Räume zusätzlich auskühlen und die Luftfeuchte ansteigen lassen. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz betont die Bedeutung des richtigen Lüftungsverhaltens und dessen positiven Einfluss auf den Radonbestand.

Vorsicht bei Nässe!

Wichtig zu wissen ist ebenfalls, dass die Radon-Belastung der Luft bei Regen stiegt, da hier die Ausdünstungen aus dem Untergrund intensiver sind. Das Lüften sollte also auf mindestens eine Stunde nach einem Regenschauer verschoben werden, genauso wie etwa das Spazieren gehen mit dem Hund. Die Freisetzung von Radon ist in der ersten Stunde am höchsten und so verhindern Sie, mit der Radon-Luftverschmutzung in Kontakt zu kommen.

Schützen Sie die Gesundheit Ihrer Familie mit dem Kampf gegen Radon – das richtige Lüften hilft Ihnen dabei!

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