Richtig lüften nach einem Wasserschaden

Wasserleckagen durch Rohrbrüche, undichte Schläuche, nicht wieder abgestellte Wasserhähne oder sogar Hochwasser sind ein großes und vor allem teures Ärgernis. Wenn auch in vielen Fällen die Versicherung für den Schaden aufkommt, gilt es, die Katastrophe erst einmal wieder zu beseitigen – und das schnell!

Denn Wasser sucht sich seinen Weg und dringt mit der Zeit immer Tiefer in den Boden oder die Wände ein, wobei es Möbel, Boden- und Wandbeläge stark schädigen kann. Die Raumluft ist nur in der Lage, einen gewissen Anteil an Luftfeuchte aufzunehmen und zuhalten. Dieser Anteil ist je nach Temperatur unterschiedlich: Je wärmer die Luft, desto mehr Feuchte kann sie aufnehmen.

Bei einem Wasserschaden ist es wichtig, die überschüssige Feuchtigkeit natürlich so schnell wie möglich los zu werden. Denn wenn die Raumluft mit Feuchtigkeit gesättigt ist, kann keine weitere aufgenommen werden und die Feuchtigkeit wird sich auch auf bisher noch nicht vom Wasserschaden betroffene Bereiche und Möbel Ihres Zuhauses legen. Unangenehme Gerüche und Schimmel drohen in diesem Fall.

Die Bedeutung von Wärme für die Aufnahme von Feuchtigkeit wurde betont. Durch den Feuchte-Unterschied „entzieht“ die trockene Luft dem nassen Boden eigenständig die Feuchtigkeit: Allerdings sind Heizung und Trocknungsanlagen nur ein Teil der Lösung. Die warme Luft kann mehr Feuchte aufnehmen, aber auch sie ist irgendwann gänzlich angereichert. Jetzt kommt es darauf an, die feuchte Luft schnellstens aus dem Haus zu bekommen! Und das geht unter anderem über das richtige Lüftverhalten.

Fenster und Türen sollten regelmäßig und über längere Zeiträume hinweg geöffnet sein, um die immer wieder mit Feuchte angereicherte Luft nach draußen zu transportieren. Ein ständiger Luftzug ist effektiv. Da aber auch Heizen wichtig ist und bei dauerhaft geöffneten Fenstern viel Heizenergie verloren gehen würde, ist diese Lösung eher für den Sommer zu empfehlen.

Es geht also darum, die Luft mit Feuchtigkeit anreichern zu lassen, mittels Durchzug zu entfernen und die Fenster/Türen dann wieder zu schließen, damit sich die Raumluft zügig wieder erwärmen, und damit mehr Feuchte aufnehmen kann. Dieser Prozess muss solange wiederholt werden, bis der Wasserschaden behoben und die gesamte Restfeuchte entfernt ist (natürlich ist aber auch darüber hinaus das richtige Lüften immer ein entscheidender Faktor für ein gesundes Wohnklima).

Im Notfall: Zusätzliche Unterstützung holen

Im Winter, und auch zu anderen Jahreszeiten, wenn die natürliche Trocknung nicht ausreicht, muss neben dem Lüften vermutlich auch auf Bau- und Kondenstrockner zurückgegriffen werden. Bei starken Wasserschäden wird Lüften und Heizen nicht ausreichen, um die gesamte Feuchtigkeit zu entfernen. Aber es trägt definitiv dazu bei, den Trocknungsprozess zu beschleunigen und größere Schäden zu verhindern.

Generell ist es auch von großer Bedeutung auf Hohlräume und Ecken bei der Trocknung zu achten. Das heißt, dass Teppiche eingerollt und Möbel von den Wänden weg gerückt werden sollten, um jegliche Ritzen und Ecken für das Entweichen der Feuchte offen zu halten.

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